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Aktuelles: ELER-Projekt

Nachdem in den Wintermonaten die Aufarbeitung der Daten und weitere Arbeiten am Schreibtisch erfolgte, ging es im März in die neue Feldsaison.
Im Frühjahr 2019 scheinen die Rotmilane sich etwas Zeit gelassen zu haben die Brutrevieren zu beziehen und mit der Brut zu beginnen. So konnten bei den ersten Begehungen noch sehr wenige Rotmilane beobachtet werden, die bereits Nester besetzt hatten. Ab Ende März nahm die Anzahl der sicheren Brutnachweise jedoch kontinuierlich zu. Wobei die Suche nach weiteren Brutvorkommen bis Ende April noch nicht abgeschlossen war.
Der Mai startete im Zeichen des aktiven Rotmilanschutzes. So wurden zu Beginn des Monats Bäume sicherer Rotmilanbrutvorkommen mit so genannten Manschetten ummantelt. Im besondern Fokus dieser Schutzmaßnahme befindet sich hier der Waschbär, der im starken Verdacht steht Horste des Rotmilans und anderer auf Bäumen brütender Vogel auszuräubern.

Horstbaum mit Manschette
Horstbaum mit Manschette


Die Manschetten bestehen aus durchsichtigen Wellpolyesterbahnen, welche an dem Stamm des Horstbaumes angebracht werden. Das Wellpolyester bietet keinen Halt und stellt damit eine Kletter-Sperre dar. Dieses funktioniert jedoch nur an Bäumen wo es keine „Umleitung“ über Äste oder Nachbarbäume gibt.
Natürlich haben auch andere Materialien, wie zum Beispiel eine feste Teichfolie denselben Effekt.
Wir vom Rotmilanzentrum haben uns jedoch für Wellpolyester entschieden, da dieses durch das Wellenprofil mit dem Baum „wachsen“ kann und weniger das Landschaftsbild stört.

Rotmilane brüten häufig über mehrere Jahre in demselben Horst. Ebenso werden die Horste aber auch von Schwarzmilanen, Mäusebussard und anderen Greifvögeln genutzt. Daher kann es sein, dass die Manschetten, einmal angebracht, mehrere Jahre an dem jeweiligen Baum verbleiben um einen langfristigen Schutz zu gewährleisten.

Um die Effektivität dieser Schutzmaßnahme der „Ummantelung“ Manschetten zu untersuchen wird vom Rotmilanzentrum ein eigenes Projekt durchgeführt. Nähere Informationen finden sie auf unserer Homepage unter "Ummantellung Greifvogel-Horstbäume".

Sollte Ihnen in der Landschaft einmal einen Baum mit einer Wellpolyesterummantelung begegnen, so wissen sie nun, dass es sich um keine künstlerische Installation von Christo oder illegale Müllentsorgung, sondern um eine Artenschutzmaßnahme handelt.

Mit diesem Wissen möchten wir sie auch ganz herzlich bitten nicht an den Baum heranzutreten und unnötigen Lärm in der Umgebung zu vermeiden.

VIELEN DANK!

2018

Die erste Bruterfassungs-Saison im ELER-Projekt steht nun kurz vor ihrem Ende. Die ursprüngliche Projektfläche musste wegen bürokratischer Missverständnisse leider um ca. die Hälfte verkleinert werden. Nach diesem holprigen Start begann die Geländesaison aber wie geplant mit der Suche nach Horsten und besetzten Rotmilanrevieren. Hierbei konnten insgesamt 66 durch Rotmilane besetzte Brutreviere im Untersuchungsgebiet nachgewiesen werden.
Ebenso wie bei Erfassungen in vorherigen Jahren waren die Rotmilane in Gehölzreihen oder kleineren Gehölzbeständen zu finden, wobei über die Hälfte der Brutpaare aber in der unmittelbaren Nähe oder sogar in Siedlungen brüteten.

Nach dem nun die einzelnen Brutplätze gefunden waren, erfolgten weiterhin Kontrollen um den Fortgang der Brut und später die Aufzucht der Jungen zu beobachten.
Schon im Rahmen der Brutzeit mussten wir leider ein paar Verluste verzeichnen. Manche Horste wurden aus unbekannten Gründen aufgegeben bzw. nicht weiter von Rotmilanen besucht, bei andern verschwand der Horst. So passiert z.B. im Hakel wo bei einer Begehung der Horst inklusive Eier, nach einem Starkwindereignis unter dem Baum gefunden worden ist.

Junge Rotmilane kurz vor der Beringung
Junge Rotmilane kurz vor der Beringung

 

Nach dem Schlüpfen der Jungen und mit ihrem Heranwachsen kam die Zeit der Beringung. Hierbei bekamen fast die Hälfte der Jungvögel im Projektgebiet einen individuellen Erkennungsring der Beringungszentrale Hiddensee. Mit dessen Hilfe soll das Leben des einzelnen Rotmilans nachverfolgt werden. Dieses funktioniert über die Meldung von Sichtungen und/oder dem Wiederfund des Vogels bzw. des Ringes sowie der Meldung dieser Beobachtung/dieses Fundes an die Beringungszentrale Hiddensee (https://www.beringungszentrale-hiddensee.de/ringfundmeldung/).
Neben der Beringung der Jungvögel wurden projektübergreifend insgesamt 25 Jungvögel mit GPS-Sendern versehen. Mehr zur Besenderung von Rotmilanen im Harzvorland finden Sie unter „Telemetrie“.

Rotmilan-Nestlinge mit Sendern im Horst
Rotmilan-Nestlinge mit Sendern im Horst

 

Gegenwärtig läuft die Saison mit der Beobachtung von einzelnen Jungvögel aus.
Neben den oben genannten Verlusten mussten wir im weiteren Verlauf der Brut- und Aufzucht-Zeit weitere Verluste durch Prädation ganzer Gelege/ Bruten oder Einzelner Jungvögel verzeichnen.

Dennoch können wir davon ausgehen, dass über die Hälfte der im Projektgebiet im Jahr 2018 aus den Eier geschlüpfter Rotmilane erfolgreich ausgeflogen sind.
Was die Zukunft für Sie und den Rotmilan im Allgemeinen noch parat hält bleibt offen.

 

Am 01.02.2018 hat Herr Eike Steinborn seine Arbeit im Rotmilanzentrum aufgenommen.
Er ist als wissenenschaftlicher Mitarbeiter für das Projekt verantwortlich.

Er ist verantwortlich für:

  • die fachliche und organisatorische Vorbereitung des Projektes
  • die Abstimmung mit Behörden und Verbänden
  • Untersuchung der Greifvogel-, insbesondere der Rotmilanbestände, im Projektgebiet
  • Überwachung einzelner Brutstandorte
  • Erhebung, Dokumentation und Verwaltung studienrelevanter Daten
  • Auswertung von Daten und Publikation der Ergebnisse
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