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Vogel des Jahres

Feldlerche

Feldlerche - Vogel des Jahres 2019

Wissenschaftl. Name: Alauda arvensis (Linnaeus 1758)

Ordnung / Familie: Passeriformes / Alaudidae

Lebensraum:Ein breites Spektrum von Habitaten innerhalb offener Landschaften, die Weitgehend frei von Gehölzen und anderen Vertikalstrukturen sind.
Sie sind sehr anpassungsfähig, verlangen allerdings niedrige, gut strukturierte Gras- und Krautflure mit kurzer und/oder karger Vegetation.
Auf Ackerflächen gibt es durchschnittlich 2 – 4 (Brut-)Reviere pro 10 ha.
Gebrütet wird auch in Salzwiesen, Moor- und Sandheiden, Trockenrasen, Marschland, Regenmoore, Dünen, Ruderalflächen, Ackerbrachen, Tagebauflächen, Kippen, Halden, große Kiesgruben, Riesel- und Spülfelder (Alles, was ihren Ansprüchen entspricht).

Kennzeichen: Kräftiger Schnabel, am Ansatz mit feinen Federchen und Borsten bedeckt. Langgestreckte Kralle an Hinterzehen (sog. „Lerchensporn“).
Altvogel: ganze Oberseite gelbbräunlich bis rotbräunlich mit schwarzbrauner Längsstreifung, Vorderbrust, Brust, Bauch, sowie Hinteraugenstreif, Zügel und Unterschwanzdecken sind weißlich gefärbt.
Scheitelfedern werden oft zu deutlicher Haube gesträubt.
Es gibt keine signifikanten Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen.
Jungvogel: Haube fehlt gänzlich, heller Überaugenstreif ist auffälliger und die Schwanzfedern kürzer.

Größe: 
Länge: Ca. 16 – 19cm (♂>♀)
Gewicht: Ca. 26 – 50g,  Gewicht schwankt mit Jahreszeiten.

Revier- / Paarbildung: Februar bis März. Die Paarbildung findet hauptsächlich in den ersten 10 Tagen nach Ankunft des Weibchens statt.

Fortpflanzung
Nest: 5-7cm tiefe, im Boden selbst gescharrte Erdmulde, ausgepolstert mit umherliegendem Pflanzenmaterial, Kraut und selten auch Federn.
Geschlechtsreife: Meist noch vor Ende des 1. Lebensjahres.
Legebeginn: Ca. Ende März/Anfang April.
Die Männchen treffen in der Regel vor den Weibchen am Brutplatz ein, um ihre Reviere zu  besetzen.Monogame Saisonehen.
Gelege: 2 – 5(auch 6/7 möglich), in täglichem Abstand gelegte Eier.
Eier von ♀ zu ♀ unterschiedlich, allerdings immer leicht glänzend, dicht dunkelgrau bis olivbraun gesprenkelt mit hellem, cremefarbenem oder bräunlichweißem Untergrund. Hauptsächlich vom ♀ bebrütet.
Brutdauer: Ca. 11 – 12 Tage. Können mehrmals kurz hintereinander Brüten.
Nestlingszeit: Ca. 7 – 11 Tage. Flugfähig sind die Nestlinge nach 15 – 20 Tagen, selbstständig nach ca. 30 Tagen.
Die Jungen werden abwechselnd von beiden Elternteilen gefüttert, allerdings mehr vom ♀ als vom ♂.
Ende der Brutzeit: Ca. August/September.
Brutzeit und Anzahl der Bruten abhängig von Wetter und anderen Umwelteinflüssen.

Nahrung: Abhängig von Jahreszeiten und Wetter, dementsprechend vielfältig.
Im Winterhalbjahr: Hauptsächlich Pflanzliche Ernährung (Getreide, Dreschabfälle, Keimlinge, Blätter, Gemüse, Zuckerrüben etc.).
Ab Mitte April: Zunehmend Insekten, hauptsächlich Käfer (auch Ameisen, Heuschrecken, Schmetterlinge, selten auch Spinnen, Schnecken, Regenwürmer etc.).
Nestlinge werden hauptsächlich mit Insektennahrung aufgezogen.
Lebenserwartung: Durchschnittsalter liegt bei ca. 3,3 Jahren. Höchstalter in freier Natur beträgt ca. 8 Jahre und 9 Monate, in der Voliere können sie bis zu 16< Jahren werden.

Verbreitung: Brütet in weiten Teilen der Paläarktis und wurde in Australien, Tasmanien, Neuseeland und Hawaii eingebürgert.
In nahezu ganz Deutschland verbreitet.

Zugverhalten: Kann sich als Standvogel nur dort halten, wo Schnee nicht über Wochen liegen bleibt.
Westpaläarktische Feldlerchen sind größtenteils Zugvögel.
Beginn d. Wegzuges ± September; Ende ± November. Sie überwintern hauptsächlich in SW – Europa, im Mittelmeerraum, Vorderasien, südwärts bis zum Nordrand der Sahara, weiter bis hin zum Persischen Golf.

Bestand: Ca. 40,0 – 80,0 Mio. Brutpaare in Europa, davon befinden sich ca. 1,3 – 2,0 Mio. Reviere und damit Brutpaare in Deutschland.
Kontinuierlicher Rückgang der Population in Deutschland spätestens seit Anfang des 20. Jahrhunderts.
Bestandsverluste steigen auf 50 – 90% in den 1960er Jahren in West- bis Mitteleuropa, nach Intensivierung der Landwirtschaft an.

Seitdem: Trend weiter rückläufig.

Gefährdung: Intensive landwirtschaftliche Nutzung von Äckern und Wiesen sorgt für den Verlust von Lebensräumen, Brutplätzen und Nahrung für die Feldlerche.
Gelege und Nestlinge werden zusätzlich durch das Mähen von Nutzwiesen während der Brutzeit zerstört bzw. getötet.
Sie befindet sich noch nicht auf der sog. Roten Liste der gefährdeten Arten, hauptsächlich wegen ihrer weiten Verbreitung.

  • 5 Mio. In Frankreich Gefangen (Kulinarisch?)
  • Intensive Landwirtschaftliche Nutzung von Äckern und Wiesen
  • Herbizide, Dünger, Saatgutreinigung vernichten Wildpflanzen auf Äckern (Keine Nahrung für Herbivoren und Insekten)
  • Insektizide töten restliche, für Landwirtschaft schädliche Insekten
  • Schnellwachsendes Wintergetreide bietet kaum bis keine Nistmöglichkeiten (Zur Brutzeit zu hoch)
  • Wiesen durch Düngung zu eintönig und dicht zum Brüten (Werden Mitte Mai das erste Mal gemäht, die Gelege zerstört/Nestlinge getötet)


Text: Hanna Ritschel, FÖJ Heineanum
Foto: Daniel Pettersson - http://www.fagelfoto.se

 

 
 
 
 

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